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Warum ist Internet in Deutschland so teuer? – einfache Erklärung

Warum ist Internet in Deutschland so teuer

Vergleicht man die Internettarife für zu Hause mit denen aus anderen Staaten, stellt man fest, dass das Internet in Deutschland teurer ist. Doch nicht nur da liegt der durchschnittliche Preis etwas höher als bei den Nachbarn, auch im mobilen Internet gehört Deutschland zu den absoluten Spitzenreitern. Die Konzerne begründen das immer mit Mehrkosten.

Was kostet in Deutschland 1 GB mobiles Datenvolumen?

Der Bedarf an mobilem Datenvolumen ist in den vergangenen Jahren um gut 50 Prozent gestiegen. Nun werden einige behaupten, dass vor allem Jüngere immer mehr online sind, doch so einfach ist das nicht. Durch die Restriktionen mit Beginn 2020 stieg der Bedarf an Internetzugängen und vor allem an Mobil-Datenvolumen. Fortan wurden zahlreiche Konferenzen online abgehalten, Recherchen durchgeführt und viele hatten während der Pause Zeit, das eine oder andere Online Game zu spielen.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat für 2019 ermittelt, dass der Preis pro GB in Deutschland bei 3,35 Euro lag und damit günstiger als Spanien (3,58 Euro) war. Die Preise haben sich danach nur marginal verändert, einige sind leicht gestiegen, dafür sind neue günstigere Tarife auf den Markt gekommen. Eines ist aber eindeutig festzustellen: Wer nur eine geringe Anzahl an GB benötigt, zahlt im Schnitt weniger als bei Tarifen mit sehr viel Datenvolumen. Kaum auf dem Markt erhältlich sind Tarife mit unbegrenztem Datenvolumen.

Neidischer Blick nach Süden und gen Osten

Während in Frankreich 1 GB durchschnittlich 3,18 Euro kostet, sind es in Italien zum selben Zeitpunkt nur 1,65 Euro. Ein sehr gutes Angebot erhalten Kunden in Italien bei TIM. Wer dort die Option „TIM Unica“ freischalten lässt, willigt ein, dass alle Telefongebühren für den Haus- und mobilen Anschluss auf einer Rechnung gelistet werden und der Gesamtbetrag vom Konto eingezogen wird. Der günstigste Mobilfunktarif beträgt 9,99 Euro. Darin enthalten sind unbegrenzte Anzahl SMS, Freiminuten ohne Limit und Datenvolumen ohne Grenzen. Davon können deutsche Kunden nur träumen. Hinzu kommt, dass der Tarif bereits die Leitung 5G inklusive hat und dafür keine Zusatzkosten anfallen.

In Finnland zahlen Verbraucher für einen solchen Mobiltarif monatlich 35,00 Euro. Allerdings ist die Nutzung des „Haustarifs“ auch in allen nordischen Ländern und im gesamten Baltikum möglich, sogar in Polen können finnische Kunden unbegrenzt das Datenvolumen ausreizen. In Polen kostet ein Gigabyte durchschnittlich nur 0,68 Euro. Der Vergleich bezieht sich auf den Stand 28. April 2022 (online telekom.de), dort kostet der Tarif für vergleichbare Konditionen wie bei der italienischen Telekom (TIM) 59,95 Euro (Magenta Mobil XL Flex Young) oder für alle , die älter als 28 Jahre sind 45,05 Euro, wenn bereits ein Telekom-Festnetzanschluss besteht. Wer den nicht hat, erfreut sich für den Preis von 84,95 Euro an der unbegrenzten Nutzung des mobilen Internets. Selbstverständlich 5G mit bis zu 100 Mbit/s. Was im europäischen Vergleich noch immer zu langsam ist.

Teurer Netzausbau verhindert günstigere Tarife

Tatsächlich wird es für einen Bürger, der im Zentrum eines Ballungsraums lebt, nicht günstig. Teure Mieten von über 1.000 Euro Kaltmiete sind keine Seltenheit, teure Internettarife, die im Monat mehr als 100 Euro verschlingen, der Preisanstieg für TV-Abos wie das Sportpaket von Dazn noch nicht hinzugerechnet. Es geht weiter mit der Inflation, die die Energiepreise nach oben treibt und der Strom teurer wird. Geheizt wird in den meisten Haushalten auch nicht mehr mit einem offenen Kamin und dann kommen drastische Benzinpreise hinzu.

Grund genug, dass Verbraucherschützer Alarm schlagen und die Preise gesenkt wissen wollen. Doch was für Haushalte zählt, zählt größtenteils auch für die Unternehmen, die Mitarbeiter bezahlen müssen und die teuren Energiepreise ausgleichen. Der Netzausbau ist auch deshalb so teuer, weil das Lohnniveau im Land höher ist als in anderen Staaten. Jedoch darf man hierbei nicht vergessen, dass die höheren Einkommen immer weniger werden und viele bereits von der Ober- in die Mittelschicht abgerutscht sind. Um das Problem der Preisteuerungen zu lösen, ist der Staat gefordert, eine Obergrenze festzulegen.

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